Die ganze Stadt wird zur Kunstgalerie
Über 50 Ausstellungsorte bei „1. Buchener Kultnacht" am 14. Juli - Interview mit den beiden Initiatoren Isabellé und Patris Semma
 
 
 
 
 
Buchen. (rüb) Wer sich für Kunst und Kultur interessiert, sollte schon jetzt ei- nen Termin im Kalender dick anstrei- chen: den 14. Juli. An diesem Freitag findet von 18 bis 3 Uhr die „1. Buchener Kultnacht" statt. Der Großteil des Pro­gramms steht bereits und lässt erahnen, dass sich die Besucher auf eine außer- ge­wöhnliche Veranstaltung freuen dürfen. Die RNZ sprach mit den Initiatoren Isa­bellé und Patris Semma.
■  Wie kamen Sie auf die Idee, in Buchen eine Art „Nacht der offenen Tür" zu organisieren?
Isabellé Semma: Auch wenn Heidel­berg unser Lebensmittelpunkt ist, so verbin­det uns nach wie vor viel mit Buchen. Uns geht es vor allem auch darum deutlich zu ma­chen, dass die Region nicht ,abseits vom Schuss' hegt, sondern mittendrin und von verschiedenen Ballungs- zentren aus ganz zentral zu erreichen.
Patris Semma: Es gibt ja bereits in ver­schiedenen Städten ähnliche Veranstaltun­gen. Wir haben uns die vielen guten Beispie­le zum Vorbild genommen und überall das für Buchen passende herausgesucht.
■  Auf was dürfen sich die Besucher nach dem aktuellen Planungsstand alles freuen?
Patris Semma: Wir haben über 50 Sta­tionen über die ganze Stadt verteilt, an de­nen sich Künstler und ihre Werke präsentie­ren. Einen besonderen Anziehungspunkt wird die Franken- landhalle darstellen. Dort findet die Kunstmesse OWART statt, die Odenwälder Art.
Isabellé Semma: Das Ziel kann dabei natürlich nicht lauten, dass jeder alles sieht, sondern sich einzelne Punkte nach seinem Geschmack heraus- sucht. Die teilnehmen­den Künstler bieten eine solche Vielfalt, dass
für jeden Geschmack sicher etwas dabei ist. Patris Semma: „Und im Gegensatz zu ver- gleichbaren Veranstal- tungen in Ballungszent- ren fal­len lange An- fahrtswe­ge zu den ein- zelnen Stationen weg, so dass die Besucher mehr sehen können als anderswo. Ein „City- bus" bringt die Be­sucher zu den einzel­nen Aus- stellungsor­ten.
■  Was kennzeichnet die „OWART"?
Patris Semma: Die OWART wird ei­ne Ausstellung mit Messe- charakter. Durch den besonde­ren Grundge- danken, der hinter dem Kon­zept steht, war es für uns auch viel leich- ter, renommierte Künst- ler aus den Ballungszen­tren anzuziehen.
Ne­ben diesen überregio­nalen und internatio­nalen Künstlern stel­len in der Franken­landhalle zahlreiche regionale Künstler aus.
■  Annähernd 100 Künstler haben be­reits zugesagt. Wie haben sie es ge-
schaft, so viele Kunstschaffende zum Mitma­chen zu bewegen?
Isabellé Semma: Zu Beginn haben wir sehr viele uns bekannte Künstler gefragt, aber inzwischen ist die Kultnacht quasi zum Selbst- läufer geworden. Viele Künstler wol­len dabei sein und sprechen uns an. Ur­sprünglich waren wir von etwa zehn Statio­nen ausgegangen, jetzt haben wir fünf Mal so viel.
Hinter einer solchen Veranstaltung steckt auch ein immenser organisato- rischer Auf­wand. Wie bewältigen sie diesen Aufwand?
Patris Semma: Zunächst einmal erhal­ten wir sehr viel Unterstützung von der Stadt und hier besonders von Steve Schwab. Dane­ben bringen sich auch die Betreiber der ein­zelnen Aus- stellungsstationen und die Aktivgemeinschaft mit ein.
Isabellé Semma: Zur Vorbereitung der Kultnacht sind wir im Moment einen Tag in der Woche in Buchen. Die Arbeit hält sich noch in Grenzen, und zudem haben wir kern anderes Hobby. Kunst ist nun einmal unsere Leiden- schaft.
■  Ist eine Fortsetzung schon fest geplant?
Isabellé Semma: Wir wünschen uns na­türlich, dass die Kultnacht und die OWART zu einer festen Einrichtung werden, quasi als ein kulturelles Aushängeschild der Regi­on. Aber zunächst müssen wir natürlich ab­warten, ob die Veranstaltung den erwünsch­ten Zuspruch erfährt. Wir sind auf jeden Fall optimistisch.
■  INFO: Isabellé Semma ist die Tochter des verstorbenen Buchener Bildhauers Fernand Semma. Sie ist Absolventin der Modeschule der Stadt Wien und beschäftigt sich seit frü­hester Jugend mit der Kunst. Ihr Ehemann Patris wurde ebenfalls in Wien ausgebildet und hat sich als Bildhauer und Aktionskünst­ler einen Namen gemacht.

                                                                 
 
 
Isabell und Patris Semma vor dem Buchener Stadtturm: Die Initiato­ren der Kultnacht wollen die Stadt am 14. Juli in eine einzige große Galerie verwandeln                                                        Foto: Busch
 
 
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