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Ein rauschendes Fest von Farben und Formen
Erste Buchener Kultnacht hat alle Erwartungen übertroffen
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Buchen. 3000 Werke, 100 Künstler, 50 Veranstaltungsorte: die erste Buchener Kultnacht. Doch nicht die imposanten Zahlen machten die Veranstaltung zu etwas Besonderem, es war die kaum zu übertreffende Vielfalt künstlerischer Darstellungsformen, das besondere Flair der farbentrunkenen Altstadt und die ausgelassene Feierstimmung der mehreren tausend Gäste. Buchen wurde für eine Nacht zur heimlichen Hauptstadt zeitgenössischer Kunst -wer hätte dies der altehrwürdigen Stadt vorher zugetraut?
Neben sämtlichen Stilrichtungen und Techniken der Malerei, Skulpturen aus Holz und Stein, Licht-, Film- und Fotokunst, gab es zahlreiche ungewöhnliche Live-Acts und Performances, nicht zu vergessen die viel beachtete 1. Odenwälder Kunstmesse in der Frankenlandhalle. Der Schwerpunkt lag bei der zeitgenössischen, bildenden Kunst, aber auch Literaturvorträge und experimenteller Tanz wurden geboten.
Die Live-Musik auf zahlreichen Plätzen sorgte für beschwingte Stimmung. Die Veranstaltung wurde zu einem Fest der Sinne. Der besondere Heiz der Kultnacht bestand in der Möglichkeit, mit vielen Künstlern in Kontakt zu treten, diese über die Intention ihres Schaffens und die Aussagen ihrer Werke zu befragen. Das Spektrum der Werke reichte von Schülerarbeiten des Burghardt-Gymnasiums, der Karl-Trun-zer-Schle, der Alois-Wissmann-Schule und der Fachschule für Sozialpädagogik bis zur angewandten oder freien Kunst von Profis.
Lupenreine Amateure und international renommierte Künstler in einer giganti- tischen Ausstellung vereint
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- die Kultnacht machte es möglich. So kamen Arbeiten von unbekannten Künstlern in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit, die ohne die Zugkraft der Etablierten kaum Beachtung gefunden hätten. Einige Gemälde talentierter Nachwuchskünstler standen, was Ausdruckskraft und Techniken betraf, den Arbeiten von akademischen Malern in Nichts nach. Vielen Werken von Nicht-Profis wurde erstmals die Aufmerksamkeit zuteil, die sie längst verdient hatten.
Die Kultnacht bot den Gästen hundertfache Augenblicke ästhetischen Genusses. Dass die Aktivgemeinschaft Buchen die Kult- mit einer langen Einkaufsnacht verband, spricht für deren Spürsinn. Fachgeschäfte in großer Zahl als unkonventionelle Ausstellungsorte: die Besucher waren begeistert.
Eine ganze Nacht lang Musik- und Kunstgenuss - was hier alles möglich wurde: Stille Momente intensiver Betrachtung wechselten mit ausgelassener Party-Stimmung. Es war gleichzeitig ein Fest der Kulturen mit arabischen Malern, türkischem Bauchtanz und afrikanischem Trommeln. Zu dieser Stimmung passte, dass die Stadtkirche bei einem Konzert von Jan Pascale Stieber und Horst Berger noch nach 23 Uhr vollbesetzt war und die freien Interpretationen mit minutenlangem Beifall gefeiert wurden.
Dass gutes Essen auch eine Form von Kunst sein kann, ist eine Binsenweisheit. Im Prinz-Carl war kurz vor 24 Uhr eine Küchenparty im Gange, die an spontanen Ess-Dadaismus erinnerte. Gäste und Köche bunt gemischt beim Kochen und
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Die erste Buchener Kultnacht wurde für viele Besucher zu einem Erlebnis der besonderen Art. Bild: Herrmann
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Schlemmen. Der Stadtturm prall gefüllt mit herausragenden Fotoarbeiten.
Werke und Ausstellungsräume boten ein Kaleidoskop unterschiedlichster Empfindungen. Abgeklärte, tiefsinnige Arbeiten, wie die großformatigen, figürlich-konstruktivistischen Bilder von Wilfried Baber oder die Skulpturen der „großen Dame des bewegten Metalls" Gertrude Reum, in einer
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Ausstellung mit den Arbeiten der „Jungen Wilden" zu sehen, und zu vergleichen, hatte einen besonderen Charme. Neben den Werken der „Lokalmatadore" bot die Kultnacht eine solche Vielzahl international anerkannter Künstler, dass es auch in neun Stunden kaum möglich war, alle Werke gebührend zu würdigen. Die ganze Stadt zeigte sich als Bühne der Kreativität.
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Die beiden Organisatoren Isabellé und Patris Semma vollbrachten ein wahres „Kunst-Stück". Es gibt zahlreiche gute Ausstellungen und viele hervorragende Künstler - die Kultnacht als Gesamtkunstwerk wird nur schwer zu übertreffen sein. Bleibt zu hoffen, dass die erste Buchener Kultnacht nicht die letzte war.
Martin Herrmann
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