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© 2006 Fränkische Nachrichten |
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Zur Person
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Viele
Menschen für Kunst und Kultur motivieren
Interview mit den Organisatoren der 1.
Buchener Kultnacht, Isabellé und Patris Semma / Das Paar
steckt mitten in der Vorbereitung
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Isabellé und Patris Semma
In Wien
haben sie sich kennen gelernt und wurden ein Paar - heute sind sie
verheiratet: Isabellé und Patris Semma, deren Idee
es ist, am 14. Juli in Buchen die 1. Kultnacht zu veranstalten.
Als
gelernte Designerin kommt Isabellé Semma, die Absolventin
der Modeschule der Stadt Wien im Schloss Hetzendorf ist, aus der
künstlerischen Gestaltung. Die Handschrift ihres
künstlerischen Schaffens wurde von Kindesbeinen an
geprägt. Die Stadt Buchen ist ihr nicht fremd, denn durch
ihren hier wohnhaften Vater Fernand Semma erhielt sie eine
Ausbildung als Bildhauerin und Künstlerin.
Diese
Einflüsse der freien Kunst sind bei ihr nicht von der Hand zu
weisen. Wenn man die Werke von Isabellé Semma
betrachtet, erkennt man die Vielfalt der von ihr
gewählten Materialien. Hier legt sie sich nicht fest. Von Holz
bis Stoff bleibt die individuelle Auseinandersetzung und
Umsetzung der verschiedenen Themen.
Diese
besondere Sensibilität zeichnet die Künstlerin aus.
Neben zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen organisiert sie
Künstlersymposien. 1991 errang sie den ersten Platz beim
Nachwuchsdesigner-Wettbewerb bei der Avantgardemesse
„Offline" in Wien und landete 1992 auf dem ersten und zweiten
Platz beim „Ree-bok"-Kunstwettbewerb.
Der in
Wien ausgebildete Heidelberger Künstler Patris Semma
beschäftigte sich zunächst mit der Malerei und
widmete sich später der Bildhauerei. Er schafft Kunst an
Stellen, an denen man sie nicht vermuten würde. Die spezielle,
intellektuelle Note erhielten seine Arbeiten bei dem
Karlsruher Professor Harald Klingelhöller.
Schon
während seines Studiums war er als „Vermittler"
bekannt, der kritische Themen anpackte. Er hat sich als
Aktionskünstler einen Namen gemacht, so auch im Mai
2005 mit der Aktion „End - Taste" auf der Heidelberger
Hauptstraße. Im Kontext mit der Umgebung bringt er zeitlich
wichtige Ereignisse zum Vorschein.
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Von
unserem Redaktionsmitglied Maria. Gehrig
Buchen.
Der 14. Juli wird für die Stadt ein besonderer
Tag: Die erste Buchener Kultnacht präsentiert jede
Menge Kunst und Kultur. Die Ideengeber und Organisatoren
Isabellé und Patris Semma stecken mitten in dem
Vorbereitungen und finden trotz allem noch Zeit für
ein Interview mit den Fränkischen Nachrichten, in dem sie
Auskunft über ihre Beweggründe im Speziellen
und die Kunst im Allgemeinen geben.
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Frau Semma, wie kommen Sie auf die Idee, in Buchen eine Kultnacht zu
initiieren?
ISABELLÉ;
SEMMA: Mit Buchen fühlen wir uns sehr verbunden. Trotz Wien,
Heidelberg und München ist Buchen die Stadt, in die
wir immer wieder zurückkehren und für die wir
sozusagen Heimatgefühle entwickelt haben.
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Sie müssen große Idealisten sein, wenn Sie sich
derart viel Arbeit aufhalsen. Machen die Vorbereitungen
großen Spaß?
PATRIS
SEMMA: Ein so großes Projekt ist natürlich nicht
machbar, wenn man keinen Idealismus hat. Wir freuen uns
darüber mit unserer Arbeit sehr viele Menschen zu
erreichen und für Kunst und Kultur zu
motivieren.
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Wie haben die Ansprechpartner auf Ihr Ansinnen reagiert?
ISABELLÉ;
SEMMA: Es ist toll, dass so viele Menschen die Idee gut finden. Auch
die Stadt Buchen und die Aktivgemeinschaft
unterstützen das Projekt von Beginn an und stehen hilfreich
dahinter, wofür wir sehr dankbar sind.
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Haben die Teilnehmer und Künstler spontan
für den 14. Juli zugesagt oder mussten Sie so manchen
überreden?
PATRIS
SEMMA: Überreden mussten wir keinen. Um das Projekt
näher zu bringen, mussten wir am Anfang viel
erklären, was nun durch Veröffentlichungen
erleichtert wurde. Mittlerweile rufen uns schon Künstler an,
die gerne dabei sein möch-
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ten. Viele
regional ansässige Künstler sind dabei, aber auch
überregionale und internationale Künstler
werden vertreten sein.
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Auf welche Stilrichtung wird das Hauptaugenmerk bei der
Kultnacht gelegt?
ISABELLÉ
SEMMA: Der Schwerpunkt liegt eindeutig bei der
zeitgenössischen, bildenden Kunst. Jede Kunstrichtung soll
aber ihren Platz finden, auch Musik, Film und Literatur ist vertreten.
Das ist sehr wichtig, um eine Vielfalt darzustellen. In gewisser Weise
muss man die Kultnacht entstehen lassen und darf nicht zu arg
aussortieren. Unsere Aufgabe als Organisatoren ist
es, „den Kopf über alles zu behalten" und
so einzuteilen, dass sich das Eine nichts vom Anderen nimmt.
■
Was bedeutet für Sie Kunst in Ihrem noch jungen Leben?
PATRIS
SEMMA: Da uns Kunst von Kindheit an geprägt hat, ist
sie nicht wegzudenken aus unserem Leben. Ein kreativer Mensch
kann die Kreativität nicht einfach abschalten, sie ist immer
da. Ein Künstler teilt sich durch seine Arbeit mit und zur
Professionalität eines Künstlers gehört die
Selbstdarstellung und Präsentation - wir finden, man darf sich
als solcher nicht isolieren, sondern muss auch etwas
für die Gemeinschaft geben, da man ein Teil von ihr ist.
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Glauben Sie, dass ausreichend Kunst und Kultur auf dem
„flachen Land" geboten wird?
ISABELLÉ
SEMMA: Die Stadt Buchen steht der Kunst offen gegenüber und es
wird auch sehr viel getan. Uns ist allerdings aufgefallen,
dass unter der Bevölkerung ein großes
Interesse da ist, dem aber eine hohe Hemmschwelle entgegen steht. Vom
Schüler bis zum hochklassigen Künstler ist
alles vertreten - diese Vielfalt möchten wir gerne
zeigen. Wir sehen Kunst nicht als eine elitäre Veranstaltung,
sondern als Kultur für jeden.
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Mit welchen Gefühlen gehen Sie der Kultnacht entgegen?
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Isabellé
und Patris Semma sind die Ideengeber und Organisatoren der ersten
Buchener Kultnacht am 14. Juli. Beide sind
künstlerisch aktiv und fühlen sich in Buchen wohl.
Sie wollen den Menschen mit ihrer Aktion Kunst und Kultur
näher bringen. Das Bild zeigt das junge Paar im Atelier in der
Hofstraße.
Bild: Gehrig
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PATRIS
SEMMA: Wir freuen uns darüber, dass alle so viel Vertrauen in
die Idee stecken. Wir geben unser Bestes, dieses nicht zu
enttäuschen und beten um gutes Wetter. Wir sind optimistisch,
da wir viel Unterstützung erhielten - aber es
können immer unvorhergesehene Probleme auftauchen. Wir hoffen
natürlich auch, dass die Veranstaltung vom Publikum
angenommen wird.
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Könnte eine solche Veranstaltung zu einer festen
Größe in Buchen werden?
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ISABELLÉ;
SEMMA: Da eine hohe Anzahl von Aktivitäten geboten wird, ist
für jeden etwas dabei. Schulen, Vereine, historische
Gebäude bieten Raum für Kunst und die Menschen
präsentieren sich der Kultur aufgeschlossen. Das zieht
natürlich auch das auswärtige Publikum an und macht
Buchen rundum interessant - die geographische Lage Buchens ist
optimal dafür. Wir wünschen den Künstlern,
der ganzen Stadt Buchen und uns natürlich, dass die Kultnacht
eine Tradition erhält.
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