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Viele Menschen für Kunst und Kultur motivieren
Interview mit den Organisatoren der 1. Buchener Kultnacht, Isabellé und Patris Semma / Das Paar steckt mitten in der Vorbereitung
 
 
 
 
 
Isabellé und Patris Semma
In Wien haben sie sich kennen gelernt und wurden ein Paar - heute sind sie verheira­tet: Isabellé und Patris Semma, deren Idee es ist, am 14. Juli in Buchen die 1. Kult­nacht zu veranstalten.
Als gelernte Designerin kommt Isabellé Semma, die Absolventin der Modeschule der Stadt Wien im Schloss Hetzendorf ist, aus der künstlerischen Gestaltung. Die Handschrift ihres künstlerischen Schaf­fens wurde von Kindesbeinen an geprägt. Die Stadt Buchen ist ihr nicht fremd, denn durch ihren hier wohnhaften Vater Fer­nand Semma erhielt sie eine Ausbildung als Bildhauerin und Künstlerin.
Diese Einflüsse der freien Kunst sind bei ihr nicht von der Hand zu weisen. Wenn man die Werke von Isabellé Semma be­trachtet, erkennt man die Vielfalt der von ihr gewählten Materialien. Hier legt sie sich nicht fest. Von Holz bis Stoff bleibt die individuelle Auseinandersetzung und Um­setzung der verschiedenen Themen.
Diese besondere Sensibilität zeichnet die Künstlerin aus. Neben zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen organisiert sie Künstlersymposien. 1991 errang sie den ersten Platz beim Nachwuchsdesigner-Wettbewerb bei der Avantgardemesse „Offline" in Wien und landete 1992 auf dem ersten und zweiten Platz beim „Ree-bok"-Kunstwettbewerb.
Der in Wien ausgebildete Heidelberger Künstler Patris Semma beschäftigte sich zunächst mit der Malerei und widmete sich später der Bildhauerei. Er schafft Kunst an Stellen, an denen man sie nicht vermuten würde. Die spezielle, intellektuelle Note er­hielten seine Arbeiten bei dem Karlsruher Professor Harald Klingelhöller.
Schon während seines Studiums war er als „Vermittler" bekannt, der kritische Themen anpackte. Er hat sich als Aktions­künstler einen Namen gemacht, so auch im Mai 2005 mit der Aktion „End - Taste" auf der Heidelberger Hauptstraße. Im Kontext mit der Umgebung bringt er zeitlich wich­tige Ereignisse zum Vorschein.
Von unserem Redaktionsmitglied Maria. Gehrig
Buchen. Der 14. Juli wird für die Stadt ein besonderer Tag: Die erste Buchener Kult­nacht präsentiert jede Menge Kunst und Kultur. Die Ideengeber und Organisatoren Isabellé und Patris Semma stecken mitten in dem Vorbereitungen und finden trotz al­lem noch Zeit für ein Interview mit den Fränkischen Nachrichten, in dem sie Aus­kunft über ihre Beweggründe im Speziellen und die Kunst im Allgemeinen geben.
■  Frau Semma, wie kommen Sie auf die Idee, in Buchen eine Kultnacht zu initiieren?
ISABELLÉ; SEMMA: Mit Buchen fühlen wir uns sehr verbunden. Trotz Wien, Hei­delberg und München ist Buchen die Stadt, in die wir immer wieder zurückkehren und für die wir sozusagen Heimatgefühle ent­wickelt haben.
■  Sie müssen große Idealisten sein, wenn Sie sich derart viel Arbeit aufhalsen. Machen die Vorbereitungen großen Spaß?
PATRIS SEMMA: Ein so großes Projekt ist natürlich nicht machbar, wenn man keinen Idealismus hat. Wir freuen uns darüber mit unserer Arbeit sehr viele Menschen zu er­reichen und für Kunst und Kultur zu moti­vieren.
■  Wie haben die Ansprechpartner auf Ihr An­sinnen reagiert?
ISABELLÉ; SEMMA: Es ist toll, dass so viele Menschen die Idee gut finden. Auch die Stadt Buchen und die Aktivgemein­schaft unterstützen das Projekt von Beginn an und stehen hilfreich dahinter, wofür wir sehr dankbar sind.
■  Haben die Teilnehmer und Künstler spon­tan für den 14. Juli zugesagt oder mussten Sie so manchen überreden?
PATRIS SEMMA: Überreden mussten wir keinen. Um das Projekt näher zu bringen, mussten wir am Anfang viel erklären, was nun durch Veröffentlichungen erleichtert wurde. Mittlerweile rufen uns schon Künstler an, die gerne dabei sein möch-
ten. Viele regional ansässige Künstler sind dabei, aber auch überregionale und inter­nationale Künstler werden vertreten sein.
■  Auf welche Stilrichtung wird das Hauptau­genmerk bei der Kultnacht gelegt?
ISABELLÉ SEMMA: Der Schwerpunkt liegt eindeutig bei der zeitgenössischen, bildenden Kunst. Jede Kunstrichtung soll aber ihren Platz finden, auch Musik, Film und Literatur ist vertreten. Das ist sehr wichtig, um eine Vielfalt darzustellen. In gewisser Weise muss man die Kultnacht entstehen lassen und darf nicht zu arg aus­sortieren. Unsere Aufgabe als Organisato­ren ist es, „den Kopf über alles zu behal­ten" und so einzuteilen, dass sich das Eine nichts vom Anderen nimmt.
■  Was bedeutet für Sie Kunst in Ihrem noch jungen Leben?
PATRIS SEMMA: Da uns Kunst von Kind­heit an geprägt hat, ist sie nicht wegzuden­ken aus unserem Leben. Ein kreativer Mensch kann die Kreativität nicht einfach abschalten, sie ist immer da. Ein Künstler teilt sich durch seine Arbeit mit und zur Professionalität eines Künstlers gehört die Selbstdarstellung und Präsentation - wir finden, man darf sich als solcher nicht iso­lieren, sondern muss auch etwas für die Gemeinschaft geben, da man ein Teil von ihr ist.
■  Glauben Sie, dass ausreichend Kunst und Kultur auf dem „flachen Land" geboten wird?
ISABELLÉ SEMMA: Die Stadt Buchen steht der Kunst offen gegenüber und es wird auch sehr viel getan. Uns ist aller­dings aufgefallen, dass unter der Bevölke­rung ein großes Interesse da ist, dem aber eine hohe Hemmschwelle entgegen steht. Vom Schüler bis zum hochklassigen Künst­ler ist alles vertreten - diese Vielfalt möch­ten wir gerne zeigen. Wir sehen Kunst nicht als eine elitäre Veranstaltung, sondern als Kultur für jeden.
■  Mit welchen Gefühlen gehen Sie der Kult­nacht entgegen?
 
 
Isabellé und Patris Semma sind die Ideengeber und Organisatoren der ersten Buchener Kult­nacht am 14. Juli. Beide sind künstlerisch aktiv und fühlen sich in Buchen wohl. Sie wollen den Menschen mit ihrer Aktion Kunst und Kultur näher bringen. Das Bild zeigt das junge Paar im Atelier in der Hofstraße.                                                                                              Bild: Gehrig
 
 
PATRIS SEMMA: Wir freuen uns darüber, dass alle so viel Vertrauen in die Idee ste­cken. Wir geben unser Bestes, dieses nicht zu enttäuschen und beten um gutes Wetter. Wir sind optimistisch, da wir viel Unter­stützung erhielten - aber es können immer unvorhergesehene Probleme auftauchen. Wir hoffen natürlich auch, dass die Veran­staltung vom Publikum angenommen wird.
■  Könnte eine solche Veranstaltung zu einer festen Größe in Buchen werden?
ISABELLÉ; SEMMA: Da eine hohe Anzahl von Aktivitäten geboten wird, ist für jeden etwas dabei. Schulen, Vereine, historische Gebäude bieten Raum für Kunst und die Menschen präsentieren sich der Kultur aufgeschlossen. Das zieht natürlich auch das auswärtige Publikum an und macht Buchen rundum interessant - die geogra­phische Lage Buchens ist optimal dafür. Wir wünschen den Künstlern, der ganzen Stadt Buchen und uns natürlich, dass die Kultnacht eine Tradition erhält.